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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 22.04.2021

WEG: Beauftragung eines Sachverständigen zur Ermittlung des Sanierungsbedarfs - Einholung von Alternativangeboten keine Voraussetzung

Die Beauftragung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen zur Ermittlung eines Sanierungsbedarfs am gemeinschaftlichen Eigentum setzt regelmäßig nicht die Einholung von Alternativangeboten voraus. Ein Wohnungseigentümerbeschluss ist daher wirksam. So entschied das Landgericht Frankfurt (Az. 2-13 S 47/20).

Im März 2020 hatte das Amtsgericht Wiesbaden den Beschluss einer Wohnungseigentümergemeinschaft zur Beauftragung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen zwecks Ermittlung des Sanierungsbedarfs von Betonschäden am gemeinschaftlichen Eigentum für ungültig erklärt. Das Amtsgericht bemängelte, dass zuvor keine Alternativangebote eingeholt wurden. In zweiter Instanz musste nun das Landgericht Frankfurt über den Fall entscheiden.

Das Landgericht entschied, dass der Beschluss wirksam sei. Wenn das Sachverständigengutachten der Aufklärung diene, inwieweit das gemeinschaftliche Eigentum sanierungsbedürftig sei und welche Wege dafür zur Verfügung stünden, seien Alternativangebote entbehrlich. Wenn es um die Aufklärung von Mängeln am Gemeinschaftseigentum gehe, umfasse die von den Wohnungseigentümern zu ermittelnde Tatsachengrundlage, auf deren Grundlage sie über die Auswahl des Sachverständigen entscheiden, dessen Qualifikation, den Gutachterauftrag durchzuführen und sein Preisgefüge. Diese sei bei einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen regelmäßig gegeben. Es dürfe im Grundsatz ein gleichförmiges Ergebnis erwartet werden.

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